MDQ Bipolar-Screening — Online-Test
Kostenloses Bipolar-Screening online. 13 Ja/Nein-Fragen plus 2 Folgefragen. Validiert von Hirschfeld 2000. Ergebnis in 2 Minuten, vollständig anonym.
Was der MDQ misst
Der Mood Disorder Questionnaire ist ein 13-Fragen-Screening für bipolare Störungen (Bipolar I, Bipolar II, Zyklothymie). Er fragt nach Zeiten, in denen Sie “nicht Sie selbst” gewesen sein könnten — das Muster erhöhter Stimmung, das Manie und Hypomanie auszeichnet.
Etwa 1 von 50 Erwachsenen hat im Lauf des Lebens Bipolar I oder II. Viele bleiben jahrelang ohne Diagnose, weil die Depressionen wie “normale Depression” aussehen und die erhöhten Phasen sich anfühlen wie “endlich gut drauf”. Ein Test, der das Lebensmuster betrachtet, fängt ein, was eine einzelne Stimmungsmomentaufnahme verfehlt.
Wie der Wert berechnet wird
Ein positives MDQ-Screening erfordert alle drei Bedingungen gleichzeitig:
- Symptomzahl — Ja bei mindestens 7 der Fragen 1–13.
- Gleichzeitigkeit — Ja bei Frage 14: Mehrere dieser Symptome traten im selben Zeitraum auf.
- Auswirkung — Mittelschwere oder schwere Funktionsprobleme bei Frage 15.
Fehlt eine der drei Bedingungen, bleibt das Screening unter dem positiven Schwellenwert. Das Drei-Kriterien-Design (Hirschfeld 2000) gibt dem MDQ rund 70% Sensitivität und 90% Spezifität für Bipolar I in der Hausarztpraxis.
Was die Ergebnisbereiche bedeuten
- Negatives Screening. Unter dem positiven Muster. Kein Gesundheitszeugnis, aber ein vernünftiges Signal. Etwa 30% der Menschen mit Bipolar haben dennoch ein negatives Ergebnis — der Test setzt eher auf Spezifität.
- Einige Symptome (unterschwellig). Sie haben einige Symptomboxen angekreuzt, aber nicht alle drei Kriterien. Dieses Muster passt zu Zyklothymie, bipolarem Spektrum, ADHS, Angst oder manchmal einfach zur Persönlichkeit. Ein ruhiges Gespräch mit dem Hausarzt ist sinnvoll.
- Positives Screening. Alle drei Kriterien erfüllt. Keine Diagnose — aber ein klares Signal für eine baldige psychiatrische Bewertung.
Wann der MDQ am nützlichsten ist
Der MDQ ist kein Stimmungsthermometer für jetzt. Er fragt nach Episoden im Leben. Am nützlichsten:
- Sie hatten wiederkehrende Depressionen, die nicht ganz wie “nur Depression” wirken.
- Menschen um Sie herum bemerkten Phasen, in denen Sie “aufgedreht”, “high” oder ungewöhnlich gereizt waren.
- Antidepressiva wirkten merkwürdig — plötzliche Energie, Schlaflosigkeit, rasende Gedanken oder Stimmungsverschlechterung.
- Ein naher Verwandter hat Bipolar I oder II (Genetik zählt; Verwandtenerstgrad-Risiko ist etwa 5–10×).
Bipolar vs ADHS vs Depression — Überlappung
Drei Zustände werden verwechselt, und der MDQ kann jeden davon flaggen:
- Bipolar hat klare Episoden über Tage bis Wochen. Der Schlafbedarf sinkt während der Manie deutlich.
- ADHS ist ein Grundmuster seit der Kindheit. Ablenkbarkeit, rasende Gedanken und Impulsivität sind konstant, nicht episodisch.
- Depression mit Stimmungsreaktivität kann “hoch” wirken, wenn es gut läuft, “tief” wenn nicht — ohne den anhaltenden Energie/Schlaf-Wandel.
Ein Arzt unterscheidet anhand von Beginn, Dauer, Schlaf und Familienanamnese — Fragen, die ein Screening-Test nicht voll ersetzen kann.
Behandlung ist gut entwickelt
Moderne bipolare Behandlung hält die meisten Menschen jahrelang stabil. Die Standard-Stimmungsstabilisatoren (Lithium, Lamotrigin, Valproat, bestimmte Antipsychotika der zweiten Generation) sind seit Jahrzehnten erforscht. Lithium ist eines der am häufigsten zitierten Medikamente der Psychiatrie — aus gutem Grund: Es wirkt.
Eine frühe Diagnose ist einer der besten Prädiktoren für eine gute Langzeitprognose bei Bipolarstörung. Menschen, die mit 25 einen Namen für ihr Stimmungsmuster bekommen, geht es mit 40 besser als Menschen ohne Diagnose. Ein positives MDQ bedeutet keine Krankenhauseinweisung, keinen Jobverlust und keine kinderlose Zukunft. Es bedeutet: Ein 30-minütiges Gespräch mit einem Arzt lohnt sich.
Verwandte Tests
- PHQ-9 Depressionsscreening — nützlichstes Aktuell-Stimmungs-Screening, wenn Depression dominiert.
- GAD-7 Angstscreening — Angst tritt häufig zusammen mit dem bipolaren Spektrum auf.
- ADHS ASRS-5 Screening — nützlich, wenn Ablenkbarkeit und rasende Gedanken konstant sind, nicht episodisch.
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Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet ein positives MDQ-Ergebnis?
Bedeutet ein positiver MDQ, dass ich bipolar bin?
Warum fragt der Test nach 'jemals' und nicht nach 'jetzt'?
Wie unterscheidet sich der MDQ von PHQ-9 oder GAD-7?
Sind meine Antworten privat?
Quellen
- Development and validation of a screening instrument for bipolar spectrum disorder: the Mood Disorder Questionnaire — American Journal of Psychiatry (Hirschfeld et al., 2000) (peer reviewed, retrieved 2026-05-02)
- Validity of the Mood Disorder Questionnaire: a general population study — American Journal of Psychiatry (Hirschfeld et al., 2003) (peer reviewed, retrieved 2026-05-02)