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Burnout, Depression, Angst oder nur müde? 4 kostenlose Tests in 8 Minuten

Kaffee hilft nicht. Schlaf hilft nicht. Du fragst dich: ist das Burnout, Depression, Angst oder chronische Müdigkeit? Vier validierte 2-Minuten-Tests ziehen die Grenze — insgesamt 8 Minuten, kostenlos, ohne Anmeldung. So liest du jeden.

19.5.2026 6 min
Person at desk in dim early morning light, looking exhausted with hand on forehead, coffee cup nearby — overwhelmed worker scene.
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Warum diese vier verwechselt werden

Diese vier Zustände teilen vier grundlegende Symptome: Müdigkeit, Energiemangel, Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen. Aber sie haben völlig unterschiedliche Mechanismen. Burnout ist eine spezifische Reaktion auf chronischen Arbeitsstress (Maslach 1997, ICD-11 6B40 seit 2019). Depression ist eine Stimmungsstörung mit Anhedonie (Verlust der Fähigkeit, Freude zu empfinden), die ≥ 2 Wochen anhält (DSM-5-TR). Angst ist unverhältnismäßige, anhaltende Sorge, oft mit somatischen Symptomen. Müdigkeit ist Energieerschöpfung ohne zwingende gedrückte Stimmung oder Sorgen.

Diese Vier zu verwechseln kostet Monate. Der Arzt, dem du sagst „ich bin müde”, verschreibt eine Schlaftablette. Sagst du „Burnout” — er denkt an Urlaub. Sagst du „Depression” — er denkt an SSRI. Sagst du „Angst” — er denkt an kognitive Verhaltenstherapie. Ein Testergebnis gibt dir eine konkrete Zahl statt eines vagen Gefühls.

Die vier Tests — was jeder erkennt

OLBI: Burnout (arbeitsbedingte Erschöpfung + Distanzierung)

Das Oldenburg Burnout Inventory (Demerouti 2003) misst zwei Dimensionen: Erschöpfung (körperliche, emotionale, kognitive Müdigkeit) und Distanzierung von der Arbeit (Zynismus, Abstand). 16 Aussagen, ca. 2 Minuten. Anders als das Maslach Burnout Inventory (MBI, kostenpflichtig) ist OLBI frei und umfasst auch unbezahlte Arbeitende — Studierende, Pflegende, Freelancer.

Burnout gegenüber Depression: Burnout ist domänenspezifisch (verschwindet im Urlaub, kehrt am Montag zurück). Depression ist generalisiert — gedrückte Stimmung bei der Arbeit, zu Hause, in den Hobbys, Sonntag um 11 Uhr.

Den OLBI-Burnout-Test machen

PHQ-9: Depression (gedrückte Stimmung ≥ 2 Wochen)

PHQ-9 (Kroenke 2001) ist ein Test mit 9 Fragen, die auf die 9 DSM-5-Kriterien für eine depressive Episode abgebildet sind. ~2 Minuten. Score 0-27. Ein Cutoff von 10 ergibt eine Sensitivität von 88% und Spezifität von 85% (Levis 2019 Meta-Analyse, BMJ).

Frage 9 betrifft Suizidgedanken. Jede Antwort über 0 ist ein Sicherheitssignal — unabhängig vom Gesamtscore. Wende dich am selben Tag an 0800 111 0 111 (Telefonseelsorge).

PHQ-9 gegenüber Burnout: Wenn dein PHQ-9-Score 12 ist und OLBI auch auf Burnout hinweist, hast du möglicherweise beides. Maslach 2006 zeigt, dass unbehandeltes Burnout sich oft entwickelt zu Depression innerhalb von 12-24 Monaten.

Den PHQ-9-Depressionstest machen

GAD-7: Angst (anhaltende Sorgen)

GAD-7 (Spitzer 2006) ist ein Test mit 7 Fragen über Angst in den letzten 2 Wochen. ~1 Minute. Score 0-21. Cutoff 10 für generalisierte Angststörung (GAD), 8 für jede Angststörung (Plummer 2016 Meta-Analyse).

Angst und Depression: ~70% der Menschen mit Depression haben auch Angstsymptome (NIMH). Die Korrelation zwischen PHQ-9 und GAD-7 beträgt ~0.7 — überlappende, aber nicht identische Zustände. Wenn sowohl PHQ-9 als auch GAD-7 über dem Schwellenwert liegen, nimm beide Werte zum Termin mit.

Angst gegenüber Burnout: Angst ist generalisiert (du sorgst dich um alles: Gesundheit, Arbeit, Kinder, die Welt). Burnout ist kontextuell (du sorgst dich hauptsächlich um Arbeit, aber nur, wenn du daran denkst).

Den GAD-7-Angsttest machen

FSS: Müdigkeit (Energiemangel unterscheidet sich von Depression)

Die FSS (Krupp 1989) ist ein Test mit 9 Aussagen über Müdigkeit auf einer Likert-Skala 1-7. Der Score ist der Mittelwert, nicht die Summe. Cutoff 4,0 für abnormale Müdigkeit.

FSS unterscheidet sich von den anderen drei Tests. Sie fragt nicht nach Stimmung, Angst oder Arbeit. Sie fragt ausschließlich nach körperlicher Müdigkeit. Daher ist FSS der beste Filter: ein Score 5+ FSS bei niedrigem PHQ-9 und niedrigem GAD-7 weist auf körperliche Ursachen hin — Hypothyreose, Anämie, B12-Mangel, ME/CFS, Long COVID.

NICE NG206 (2021) empfiehlt eine Routine-Laboruntersuchung für alle Personen mit FSS ≥ 4,0 ohne psychiatrische Erklärung: TSH, Blutbild, Ferritin, Vitamin D, B12, Glukose.

Den FSS-Müdigkeitstest machen

Was bei positivem Ergebnis in mehreren Tests?

Überlappung ist normal, nicht außergewöhnlich. Die häufigsten Kombinationen:

  • Burnout + Depression (Maslach 2006): unbehandeltes Burnout 12+ Monate → 5x höheres Depressionsrisiko. Strategie: BEIDE behandeln. Strukturelle Arbeitsänderungen + Therapie/Medikation für Depression.
  • Depression + Angst (Kessler 2005): 60% der Patienten mit Major Depression erfüllen die Kriterien für eine Angststörung. SSRI behandeln oft beides; CBT ergänzt.
  • Angst + Müdigkeit (Lily 2019): chronische Angst erschöpft Cortisol → körperliche Müdigkeit. Behandle die Angst → Müdigkeit lässt nach.
  • Burnout + Müdigkeit + physiologisch (Toker 2012): erhöhte Entzündungsmarker bei Burnout-Personen. Prüfe CRP/IL-6, wenn Müdigkeit nach Urlaub nicht nachlässt.

Prüfe auch die PSS-10-Stressskala, wenn du das Gefühl hast, dass Stress der primäre Faktor ist.

Wann zum Arzt — und Krisennummern

DE: 0800 111 0 111 (Telefonseelsorge, 24/7 kostenfrei), 112 Notruf.

Gehe zum Arzt (Hausarzt oder Psychiater) am selben Tag, wenn:

  • PHQ-9-Score ≥ 10 und Frage 9 > 0
  • FSS-Score ≥ 5 + Gewichtsverlust/Fieber/Nachtschweiß
  • Irgendwelche Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid

Gehe innerhalb von 2 Wochen, wenn:

  • PHQ-9- oder GAD-7-Score ≥ 10
  • OLBI-Score im roten Bereich ≥ 8 Wochen
  • FSS ≥ 4,0 anhaltend 6+ Wochen trotz regelmäßigem Schlaf

Dies ist keine Diagnose. Es ist eine Hilfe, die richtige Frage zu wählen, die du dem Arzt stellst.

Verwandte Rechner

Häufig gestellte Fragen

Was bei positivem Ergebnis in mehreren Tests?
Burnout + Depression: most common overlap. Maslach 2006 documents 5x higher depression risk after 12+ months untreated burnout. Depression + Angst: 60% co-occurrence (Kessler 2005); SSRIs often treat both. Angst + Müdigkeit: chronic worry depletes energy. Burnout + Müdigkeit: check for elevated CRP/IL-6 (Toker 2012).
Can I have all four at the same time?
Yes, and it is not rare. Long-term untreated workplace stress can produce burnout + chronic anxiety + secondary depression + physical fatigue all together. The order of treatment matters — typically address the safety items first (PHQ-9 item 9, suicidality), then the most dominant condition by score, then secondary.
Which test should I take first?
FSS first. It is the fastest filter — if fatigue is the dominant feature with no work-context or mood signal, you may need bloodwork before any mental-health intervention. If FSS is low but you feel low energy, the source is mood/anxiety/burnout, not physical fatigue.
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No. All four calculators run entirely in your browser. Your individual answers and computed scores never leave your device. We send one anonymous event per calculator with the band string (e.g. 'phq9_band_moderate'), nothing more.

Quellen

  1. Burnout: A Multidimensional Perspective — Maslach C, Leiter MP — Wiley [peer-reviewed]
  2. The Oldenburg Burnout Inventory: A Good Alternative to Measure Burnout and Engagement — Demerouti E, Bakker AB, Vardakou I, Kantas A (European Journal of Psychological Assessment, 2003) — European Journal of Psychological Assessment [peer-reviewed] PMID 12745462
  3. The PHQ-9: validity of a brief depression severity measure — Kroenke K, Spitzer RL, Williams JB (Journal of General Internal Medicine, 2001) — Society of General Internal Medicine [peer-reviewed] PMID 11556941
  4. A brief measure for assessing generalized anxiety disorder: the GAD-7 — Spitzer RL, Kroenke K, Williams JB, Löwe B (Archives of Internal Medicine, 2006) — American Medical Association [peer-reviewed] PMID 16717171
  5. The Fatigue Severity Scale: Application to patients with multiple sclerosis and systemic lupus erythematosus — Krupp LB, LaRocca NG, Muir-Nash J, Steinberg AD (Archives of Neurology, 1989) — American Medical Association [peer-reviewed] PMID 2803071
  6. ICD-11: Burn-out (6B40) — Problems associated with employment or unemployment — World Health Organization [guideline]
  7. Accuracy of the PHQ-9 for screening to detect major depression: individual participant data meta-analysis — Levis B, Benedetti A, Thombs BD (BMJ, 2019) — BMJ Publishing Group [PubMed meta-analysis] PMID 30967483