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FINDRISC — Test des Diabetesrisikos

Validierter FINDRISC-Test nach Lindström/Tuomilehto 2003. 8 Fragen, kein Bluttest, schätzt das 10-Jahres-Risiko für Typ-2-Diabetes mit IDF-Schwellenwerten.

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Was FINDRISC vorhersagt

FINDRISC ist ein nicht-invasiver Risikorechner, der Ihre Wahrscheinlichkeit, in den nächsten 10 Jahren an Typ-2-Diabetes zu erkranken, anhand von 8 Lebensstil- und klinischen Fragen schätzt. Es ist kein Bluttest erforderlich. Er wurde von Lindström und Tuomilehto in der finnischen DPS-Kohorte (2003) entwickelt und seitdem in dutzenden Populationen auf vier Kontinenten validiert.

Er wird von der International Diabetes Federation und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) anerkannt und bildet die Grundlage von Diabetes-Präventionsprogrammen in Finnland, Deutschland, Spanien und anderen Ländern.

Risikobereiche (Lindström 2003, Tabelle 4)

WertRisiko10-Jahres-Wahrscheinlichkeit
< 7Niedrig~ 1 von 100
7–11Leicht erhöht~ 1 von 25
12–14Moderat~ 1 von 6
15–20Hoch~ 1 von 3
> 20Sehr hoch~ 1 von 2

Datenschutz

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Häufig gestellte Fragen

Wie genau ist FINDRISC ohne Bluttest?
In der finnischen Originalkohorte (Lindström) hatte ein Wert ≥ 9 eine Sensitivität von 0,81 und Spezifität von 0,76 für die Vorhersage von Diabetes innerhalb von 10 Jahren. Externe Validierungen in europäischen, asiatischen, lateinamerikanischen und afrikanischen Populationen ergaben AUC-Werte typischerweise zwischen 0,70 und 0,85 — vergleichbar mit vielen Werkzeugen, die *Blutuntersuchungen* erfordern. Es gehört zu den am breitesten validierten lebensstilbasierten Risikorechnern.
Mein Wert ist 16 — habe ich Diabetes?
Nein. FINDRISC sagt das 10-Jahres-*Risiko* voraus, nicht eine aktuelle Diagnose. Ein Wert von 16 (hoher Bereich) entspricht etwa 1 zu 3 Wahrscheinlichkeit, in 10 Jahren Typ-2-Diabetes zu entwickeln, falls nichts unternommen wird. Der empfohlene nächste Schritt ist eine Nüchternglukose- oder HbA1c-Bestimmung, um zu klären, ob bereits Prädiabetes oder Diabetes vorliegt — und vor allem, um einen Präventionsplan aufzusetzen.
Kann ich mein Diabetesrisiko durch Lebensstiländerung wirklich halbieren?
Ja — die Zahl ist real. Die Finnish Diabetes Prevention Study (Tuomilehto 2001) und das US Diabetes Prevention Program (Knowler 2002) zeigten beide ~58 % Reduktion der Diabetes-Inzidenz über 3–4 Jahre mit strukturierter Lebensstilintervention gegenüber Kontrolle. Die Intervention: 5–7 % Gewichtsabnahme, ≥ 150 min/Woche moderate Aktivität, Ballaststoffe ≥ 15 g/1000 kcal, Fettanteil < 30 % der Energie, gesättigte Fette < 10 %.
Warum fragt FINDRISC nach dem Bauchumfang und nicht nur nach dem BMI?
Viszerales Fett (rund um die Organe) ist metabolisch aktiv und treibt Insulinresistenz stärker als Unterhautfett. Der Bauchumfang erfasst viszerale Adipositas besser als der BMI allein. Zwei Personen mit BMI 27 können sehr unterschiedliches metabolisches Risiko haben, je nachdem, ob das überschüssige Fett um die Taille oder an Beinen und Hüften liegt. Die geschlechtsspezifischen FINDRISC-Schwellen (Männer 94/102 cm, Frauen 80/88 cm) entsprechen den IDF-Kriterien für das metabolische Syndrom.
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Quellen

  1. The Diabetes Risk Score — a practical tool to predict type 2 diabetes risk — Diabetes Care (Lindström, Tuomilehto, 2003) (peer reviewed, retrieved 2026-04-29)
  2. Prevention of type 2 diabetes mellitus by changes in lifestyle (Finnish DPS) — N Engl J Med (Tuomilehto i wsp., 2001) (peer reviewed, retrieved 2026-04-29)
  3. S3-Leitlinie Therapie und Prävention des Typ-2-Diabetes — AWMF / Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) (guideline, retrieved 2026-04-29)