HealthScorer

MIDAS-Migräne-Test (5 Fragen)

Mach den validierten MIDAS-Test in 60 Sekunden: 5 Fragen zur Migräne-Behinderung. Stewart & Lipton 2001, AAN-anerkannt. Kostenlos, ohne Anmeldung, im.

Zuletzt aktualisiert: Quellen verifiziert:

Was dich erwartet

Der MIDAS-Fragebogen misst, an wie vielen Tagen Migräne deine Aktivität in den letzten 3 Monaten eingeschränkt hat. Fünf Fragen decken verpasste Arbeit oder Schule, eingeschränkte Hausarbeit und verpasste soziale Termine ab. Etwa 60 Sekunden. Keine Anmeldung. Walter F. Stewart und Richard B. Lipton entwickelten MIDAS 1999, validierten ihn länderübergreifend (Stewart 2000, Neurology), und die American Academy of Neurology führt ihn als primäres Behinderungs-Screening für erwachsene Migränepatientinnen und -patienten. Deine Antworten bleiben im Browser. Scroll nach unten, um zu starten ↓

✓ Validiert von Stewart und Lipton (1999/2000, Neurology) ✓ In der DGN/DMKG-Leitlinie 2022 referenziert ✓ 60 Sekunden, 5 Fragen ✓ Privat — Antworten verlassen das Gerät nie

Wie MIDAS berechnet wird

Du gibst an, an wie vielen Tagen in den letzten 3 Monaten Migräne fünf Lebensbereiche getroffen hat: verpasste Arbeit/Schule, halbierte Arbeitsproduktivität, verpasste Hausarbeit, halbierte Hausarbeit-Produktivität, verpasste familiäre, soziale oder Freizeitaktivitäten. Items 1-5 werden summiert. Items 6 und 7 (Kopfschmerzhäufigkeit und durchschnittliche Schmerzintensität) sind informativ und fließen nicht in die Punktzahl ein.

Tage gesamtMIDAS-GradBehinderungWas das Band typischerweise bedeutet
0–5IKeine oder geringAktuelle Behandlung wirkt oder Migräne ist selten
6–10IILeichtHausarzt-Gespräch über Akuttherapie lohnt sich
11–20IIIModeratDGN und NICE empfehlen Prophylaxe-Gespräch
21+IVSchwerKopfschmerzambulanz angezeigt; Kombitherapie ist Standard

Der Grad ist nützlicher als die Rohzahl. Stewart 1999 berichtet eine Test-Retest-Reliabilität von rund 0,80 für den Behinderungsscore — gut für ein kurzes Selbstauskunfts-Tool. Ein Unterschied von 2–3 Tagen zwischen zwei MIDAS-Messungen liegt im normalen Messrauschen. Ein Gradwechsel ist dagegen ein echtes Signal.

Wann dieser Test sinnvoll ist — und wann nicht

Sinnvoll für:

  • Prüfen, ob die aktuelle Therapie die Behinderung quartalsweise senkt
  • Eine konkrete Zahl in die Sprechstunde mitnehmen statt „meine Migräne ist schlimm“
  • Hochfrequente episodische Migräne von chronischer Migräne mit Hilfe eines Tagebuchs unterscheiden

Nicht sinnvoll für:

  • Diagnose von Migräne — das macht eine Klinikerin/ein Kliniker nach ICHD-3
  • Einzelanfall-Schwere (HIT-6 ist hier besser)
  • Kinder — es gibt eine pädiatrische Version (PedMIDAS, 4–18 Jahre) mit eigener Punktung

Behinderung, Häufigkeit, Intensität — was jede Zahl misst

Eine häufige Verwechslung: viele Migränetage werden mit schwerer Behinderung gleichgesetzt. Beides hängt zusammen, ist aber nicht identisch.

Häufigkeit (Kopfschmerztage pro Monat) entscheidet nach ICHD-3 zwischen episodisch (<15 Tage/Monat) und chronisch (≥15 Tage/Monat). Intensität (0–10) beschreibt einen typischen Anfall. Behinderung (MIDAS) zählt den realen Lebenskosten: verlorene Tage in Arbeit, Haushalt und sozialem Leben. Jemand mit 10 Migränetagen pro Monat kann hohe Behinderung haben, wenn jeder Anfall 12 Stunden dauert. Jemand mit 12 Tagen kann niedrigen MIDAS haben, wenn die Therapie den Anfall auf 2 Stunden verkürzt. Alle drei Zahlen gehören in die Sprechstunde.

Verwandte Tests

  • PHQ-9 Depressions-Screener — Depression ist die häufigste Begleiterkrankung bei Migräne (Buse 2013, Headache)
  • GAD-7 Angst-Screener — Angst tritt bei rund 1 von 3 chronischen Migränepatienten zusätzlich auf
  • BMI-Rechner — Adipositas erhöht das Risiko der Progression von episodischer zu chronischer Migräne (Bigal 2006, Neurology)

Quellen, verifiziert 2026-05-17

  • Stewart WF, Lipton RB, Whyte J et al. An international study to assess reliability of the MIDAS score. Neurology 1999;53:988-994. (PMID 10496258)
  • Stewart WF, Lipton RB et al. Reliability of the MIDAS Score in a population-based sample. Cephalalgia 2001. (PMID 11098098)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie und DMKG. Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne. S1-Leitlinie, 2022.
  • AAN / AHS. Practice guideline: acute and preventive treatment of migraine. 2019. (PMID 31413171)
  • NICE. Headaches in over 12s: diagnosis and management (CG150). Aktualisiert 2021.
  • International Headache Society. International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. Cephalalgia 2018.

Datenschutz

Die MIDAS-Berechnung läuft komplett in deinem Browser. Tagewerte und der berechnete Grad verlassen das Gerät nie. Wir senden ein anonymes Ereignis an einen datenschutzfreundlichen Analysedienst: deinen Sprach-Code und den MIDAS-Band-String (z. B. grade_ii). Keine Rohantworten, keine Einzeldaten, keine Kennung.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet ein MIDAS-Score von 15?
Ein Wert von 15 liegt im Grad III (moderate Behinderung, Bereich 11–20). Stewart und Lipton (1999) haben diese Schwelle als den Punkt definiert, an dem sich eine Migräneprophylaxe (und nicht nur ein Akutmittel) meist lohnt. Die DGN/DMKG-Leitlinie 2022 und NICE CG150 empfehlen bei diesem Wert ein ärztliches Gespräch — nicht weil der Zustand gefährlich wäre, sondern weil es bessere Optionen gibt als 11–20 Behinderungstage pro Quartal hinzunehmen.
Ab wann gilt Migräne als Behinderung nach MIDAS?
Behinderung beginnt auf der MIDAS-Skala oberhalb von 5 Punkten (Grad II aufwärts). Grad II (6–10 Tage in 3 Monaten) ist leicht, Grad III (11–20) moderat, Grad IV (21+) schwer. AAN/AHS 2019 und die DGN-Leitlinie behandeln Grad III und IV als klinische Schwellen für eine Migräneprophylaxe; ab Grad IV ist die Überweisung in eine Kopfschmerzambulanz sinnvoll.
Sollte ich mit Migräne zum Neurologen?
Die meisten Menschen werden von ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt betreut. Eine Überweisung an eine Kopfschmerzambulanz oder Neurologie ist bei MIDAS Grad IV (21+ Tage/3 Monate), bei chronischer Migräne (15+ Kopfschmerztage/Monat) oder bei Therapieversagen der Erstlinien-Prophylaxen (Topiramat, Propranolol, Amitriptylin) angezeigt. Das listet die DGN/DMKG-Leitlinie als klare Überweisungsgründe.
MIDAS vs HIT-6 — Unterschied?
MIDAS misst Tage mit Aktivitätsverlust über 3 Monate. HIT-6 misst, wie stark Schmerz einen durchschnittlichen Kopfschmerztag beeinflusst. MIDAS zeigt Veränderung quartalsweise besser; HIT-6 ist schneller (6 Kurzfragen) und für eine einmalige Sprechstunde praktischer. Beide sind validiert, doch AAN/AHS 2019 nennt MIDAS als primäres Behinderungs-Instrument.
Wie oft sollte ich den MIDAS-Test wiederholen?
Alle 3 Monate. Der Fragebogen bezieht sich auf die letzten 3 Monate, häufigere Wiederholungen erzeugen überlappende Zeitfenster. Stewart und Lipton (2000, Neurology) empfehlen MIDAS bei jeder Verlaufskontrolle als Tracking-Tool. Ein Abfall um einen Grad zwischen zwei Visiten ist ein starkes Signal, dass die Strategie wirkt.
Ist Migräne dasselbe wie Spannungskopfschmerz?
Nein. Beide sind in der ICHD-3 (Internationale Kopfschmerzgesellschaft 2018) getrennte Diagnosen. Migräne: meist einseitig, pulsierend, mittel bis stark, oft mit Übelkeit und Licht- oder Geräuschempfindlichkeit, 4–72 Stunden. Spannungskopfschmerz: beidseitig, drückend, leicht bis mittel, ohne Übelkeit. MIDAS ist auf Migräne zugeschnitten; HIT-6 deckt beide ab.
Was sind die häufigsten Migräneauslöser?
Stewart (2008, Neurology) führt als häufigste umkehrbare Trigger: unregelmäßiger Schlaf, ausgelassene Mahlzeiten, Dehydrierung, Bildschirmblendung, Alkohol (besonders Rotwein), starke Düfte, Hormonzyklus. Stress ist Auslöser und Folge zugleich. Zwei bis drei persönliche Trigger per Kopfschmerztagebuch zu identifizieren bringt mehr als eine generische Triggerliste zu meiden.
Migräne und Hormonzyklus bei Frauen — Zusammenhang?
Etwa 60% der Frauen mit Migräne bemerken einen Bezug zur Menstruation (Pavlovic 2017, Headache). Der Anfall tritt typischerweise von 2 Tagen vor bis 3 Tagen nach Zyklusbeginn auf — wenn der Östrogenspiegel stark abfällt. Kombinierte hormonelle Kontrazeptiva sind bei Migräne mit Aura kontraindiziert (Schlaganfallrisiko, DGN-Leitlinie). Reine menstruelle Migräne reagiert oft auf Kurzkurse mit Triptanen rund um die Periode.
Migräne in der Schwangerschaft — was ändert sich?
Bei 50–80% der Frauen treten in Trimester 2 und 3 weniger Anfälle auf (Sances 2003, Cephalalgia). Das erste Trimester kann schlimmer sein. Triptane und die meisten Prophylaktika werden in der Schwangerschaft vermieden; Paracetamol ist Mittel erster Wahl. Ein neuer, starker Kopfschmerz in der Schwangerschaft braucht eine Vorstellung am selben Tag — eine Präeklampsie muss ausgeschlossen werden.
Kann der MIDAS-Score falsch sein?
MIDAS kann unter- oder überschätzen. Erstens: Erinnerungsfehler — die meisten Personen runden Tage aus dem Gedächtnis, und Nebel-Tage in der Prodromalphase werden leicht übersehen. Zweitens: Der Fragebogen erfasst nur verlorene Aktivität; starker Schmerz an einem Tag, an dem man sich durchgekämpft hat, zählt nicht. Test-Retest-Reliabilität liegt bei etwa 0,80 (Stewart 1999) — gut für ein Selbstauskunfts-Tool, aber nicht perfekt.
Was tun, wenn der Hausarzt meinen hohen MIDAS-Wert nicht ernst nimmt?
Bring den Score plus ein 4-Wochen-Kopfschmerztagebuch (Datum, Schmerzintensität 0–10, vermuteter Trigger, eingenommenes Medikament). NICE CG150 und die DGN/DMKG-Leitlinie nennen MIDAS Grad III und IV als dokumentierte Überweisungsschwellen. Wird die Überweisung verweigert, ist eine zweite Meinung oder eine schriftliche Überweisungsanfrage in Ordnung — das ist Patientenrecht.
Bleiben meine Daten privat?
Ja. Der Test läuft komplett im Browser. Deine Antworten verlassen das Gerät nie. Wir senden ein anonymes Ereignis mit dem MIDAS-Band (z. B. „grade_iii“) an einen datenschutzfreundlichen Analysedienst — ohne Rohantworten, ohne IP, ohne Kennung.

Quellen

  1. An international study to assess reliability of the Migraine Disability Assessment (MIDAS) score — Stewart WF, Lipton RB, Whyte J et al. — Neurology (1999) (peer reviewed, retrieved 2026-05-17)
  2. Reliability of the MIDAS Score in a population-based sample of headache sufferers — Stewart WF, Lipton RB et al. — Cephalalgia (2001) (peer reviewed, retrieved 2026-05-17)
  3. Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne (S1-Leitlinie) — Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), 2022 (guideline, retrieved 2026-05-17)
  4. Headaches in over 12s: diagnosis and management (CG150) — NICE (UK, aktualisiert 2021) (guideline, retrieved 2026-05-17)
  5. Practice guideline update: Acute treatment of migraine — American Academy of Neurology / American Headache Society (2019) (guideline, retrieved 2026-05-17)